JAMES BROWN TRUG LOCKENWICKLER
VON YASMINA REZA
90 Minuten, Keine Pause
28.– / 17.–EURO
30.– / 19.– EURO PREMIERE
30.11. SO 18.30 UHR
14.12. SO 18.30 UHR
17.12. MI 19.30 UHR
19.12. FR 19.30 UHR
KRITIK MICHAELA SCHABEL
… eine herrliche Textvorlage für Sven Grunerts Talent, auch in den absurdesten Situationen die Poesie aufleuchten zu lassen … Sven Grunert macht … mit viel Fingerspitzengefühl und einem ausgesprochen spielfreudigen Ensemble eine erheiternde Groteske … Großartig agieren die beiden … , Andrés Mendez als temperamentvoller Philippe und Ines Hollinger als verträumte Céline … gekonnt inszeniert.
Michaela Schabel, Landshuter Zeitung, 27. Oktober 2025, schabel-kultur-blog.de, 7. November 2025
KRITIK STEFAN BECKER
„James Brown trug Lockenwickler“ ist aufgrund der liebevoll gestalteten Figuren und der intelligenten Bearbeitung des Themas eines der aktuell gefragtesten zeitgenössischen Stücke. In der Inszenierung von Sven Grunert wird es zudem ein Fest des Lebens. Alleine die Idee, die Rolle eines jungen Mannes, der sich als Frau identifiziert, mit einer Frau zu besetzen, unterläuft die durch das biologische Geschlecht definierte Wahrnehmung der Figur durch den Zuschauer, löst die Binarität der Figur auf.
Während Katja Ambergers Pascaline aber irgendwann wagt, sich zumindest ein, zwei Schritte aus ihrer Normenwelt zu befreien, kämpft Stefan Lehnens Lionel verzweifelt bis zuletzt um sein zerbröckelndes stereotypes Selbstbild.
Wie viel freier und zufriedener wirkt da Jacob/Celine, mit zauberhafter Strahlkraft von Ines Hollinger gespielt, und wie viel echter die Ängste und Zweifel des von Andrés Mendez körperlich intensiv dargestellten Philippe. Und als Brückenbauerin zwischen Norm und Individualität oszilliert „Therapeutin“ Louisa Stroux, die „nie bremst, denn wer bremst, verliert“, zwischen kompromisslosem Ich-Sein und der Aufrechterhaltung einer genormten Natur in Form des Klinikparks.
Stefan Becker, Journalist, 3. November 2025
Das Stück
Wer bin ich und warum bin ich der, der ich bin und warum ist es so schwer, das alles auch noch zu sein?
Identitätskarussell in der Fliehkraft der Ereignisse, schwungvoll, atemberaubend in all seiner Lebendigkeit.
„James Brown trug Lockenwickler“, sagt Jacob (she/they/he) zu ihrem/seinem Freund Philippe, den she/they/he in der Psychiatrie kennenlernt. Philippe ist dort, weil er sich als Weißer für einen Schwarzen hält. Jacob ist dort, weil die Eltern hoffen, die Therapeutin könne she/they/he davon überzeugen, dass she/they/he nicht Céline Dion sei, wie she/they/he glaubt, sondern ihr Kind. Es entbrennt ein Kräftemessen zwischen dem Identitätsentwurf, mit dem she/they/he glücklich zu sein scheint, und den konventionellen Vorstellungen der Eltern, die sich verzweifelt Normalität zurückwünschen.
REGIE:
SVEN GRUNERT
ES SPIELEN:
Mutter: KATJA AMBERGER
Vater: STEFAN LEHNEN
Jakob (she/he): INES HOLLINGER
Philippe: ANDRÉS MENDEZ
Therapeutin: LOUISA STROUX
BÜHNE:
SVEN GRUNERT
HELMUT STÜRMER
KOSTÜME:
IRINA KOLLEK
DRAMATURGIE:
GANNA MADIAR
REGIEASSISTENZ:
JULIA DOMBROWSKI
PAUL WICK
REQUISITE:
JASMIN GRAN
MASKE:
IRENE GEYER
ANITA SUCK
LICHT / TECHNIK:
MATTHIAS ERNST
ERIKA HÖCHT
JOSEF SAMWEBER
JULIAN WIESE
TONTECHNIK / MUSIKCOLLAGE:
AUSILIO MEHMETI
FOTOS:
ALVISE PREDIERI
DEUTSCHE ÜBERSETZUNG:
FRANK HEIBERT
HINRICH SCHMIDT-HENKEL
VERTRAGSRECHTE DER INSZENIERUNG:
THEATERVERLAG DESCH GMBH
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG:![]()