AUSSTELLUNG "HELMUT STIX"

H. S. – Zwei Handschriften, ein Haus

Als ich 1992 nach Landshut kam, begann für mich auch die Geschichte zweier Initialen, die mich als Künstler und Intendant seither begleiten: H. S. Sie stehen für zwei Persönlichkeiten, deren Wirken auf unterschiedliche Weise mit meiner künstlerischen Arbeit und mit der Geschichte des kleinen theaters – KAMMERSPIELE Landshut verbunden ist: Helmut Stix und Helmut Stürmer.
Am 14. Oktober 1992 wurde der Grundstein für das kleine theater – KAMMERSPIELE Landshut gelegt. Mit der Eröffnungsinszenierung „Liebe Jelena Sergejewna“ begann seine künstlerische Geschichte – und damit eine Entwicklung, die bis heute andauert.
Gemeinsam mit meinem Ensemble, der Stadt Landshut und dem Stadtrat, dem Trägerverein und vielen Menschen, die das Haus über mehr als drei Jahrzehnte künstlerisch, ideell, politisch, praktisch, wirtschaftlich und ehrenamtlich begleitet und getragen haben, konnte sich ein Ort entwickeln, der mehr sein sollte als eine Bühne: ein Spielraum offener Möglichkeiten für die Stadt Landshut und die Region Niederbayern.
Zu den wichtigen Ermöglichern dieser Gründungszeit gehört H. S.: Helmut Stix, der damals unter Oberbürgermeister Josef Deimer Kulturbeauftragte der Stadt Landshut war. Sein Beitrag ging weit über den Moment der Gründung hinaus. Über die ersten zehn Jahre hinweg begleitete und unterstützte er die Entwicklung des Theaters maßgeblich – bis zum Einzug in den Rottenkolber Stadl und zur Neueröffnung der KAMMERSPIELE Landshut in der Bauhofstraße. Dass sich diese Vorstellung von Theater entwickeln und Wirklichkeit werden konnte, ist auch mit seinem Namen verbunden. Dass wir nun dem Künstler Helmut Stix und seinen Werken einen Ort in diesem Theater geben dürfen, ist uns eine besondere Ehre.
Seine Malerei schöpft aus Wahrnehmung, Erinnerung und gelebter Erfahrung. In einem spielerischen Suchen, Finden und Erkunden entstehen stille, konzentrierte Bildräume von handwerklicher Präzision und suggestiver Kraft. Sie laden dazu ein, einen Moment zu verweilen, den Blick bewusst schweifen zu lassen und die Größe im scheinbaren Kleinen zu entdecken.
Die Ausstellung H. S. I – Helmut Stix begleitet das kleine theater – KAMMERSPIELE Landshut durch die Spielzeit 2026/27 und eröffnet zugleich ein Ausstellungsdiptychon. In der Spielzeit 2027/28 begegnen uns die Initialen ein zweites Mal: H. S. II – Helmut Stürmer († 2025). Die Ausstellung wird dem Werk Helmut Stürmers gewidmet sein.
Über mehr als zwanzig Jahre begleitete Helmut Stürmer das kleine theater als Bühnenbildner und bildender Künstler. Bei Inszenierungen wie unter anderem Antigone, Sophokles; Nora oder ein Puppenheim, Henrik Ibsen; Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Edward Albee; Der Sturm, William Shakespeare; Die Dreigroschenoper, Bertolt Brecht und Der Gott des Gemetzels, Yasmina Reza entwickelte sich aus unserer Zusammenarbeit eine gemeinsame Theatersprache. Der Dialog zwischen Regie und Raum, Schauspiel, Licht und Material prägte die ästhetische Gestalt des kleinen theaters nachhaltig und prägt das Haus bis heute.
So stehen die Initialen H. S. für zwei elementare Kräfte in der Geschichte dieses Theaters: Für das Ermöglichen und das Gestalten. Zwei Persönlichkeiten, zwei Handschriften, zwei Ausstellungen – und die Geschichte eines Hauses.
Sven Grunert

H. S. I – Helmut Stix
Zur Ausstellung in der Spielzeit 2026/27

Helmut Stix’ Malerei vollzieht sich als ein spielerisches Suchen, Finden und Erkunden. Sie schöpft aus Wahrnehmung, Erinnerung und gelebter Erfahrung. In seinen Arbeiten verdichten sich diese unterschiedlichen Ebenen zu stillen, konzentrierten Bildräumen. Farbe, Form und Komposition entfalten eine zurückhaltende und zugleich eindringliche Wirkung.

Die Bilder erzählen nicht im herkömmlichen Sinn. Sie eröffnen Räume der Empfindung, in denen das Sichtbare zum Ausgangspunkt einer inneren Bewegung wird. Sie laden dazu ein, innezuhalten, den Blick zu verlangsamen und sich auf das einzulassen, was sich zwischen Wahrnehmen, Erinnern und Entdecken ereignet.

In ihrer handwerklichen Präzision und suggestiven Stille entsprechen diese Arbeiten auf besondere Weise dem künstlerischen Selbstverständnis des kleinen theaters. Sie suchen die Größe nicht in der großen Geste, sondern in der Aufmerksamkeit für den Augenblick und das scheinbar Kleine.

„Wer nicht die Kleinheit großer Dinge in sich fühlt, wird auch nicht die Größe des Kleinen im anderen sehen.“ (Okakura Kakuzō)

Helmut Stix wurde 1939 in Landshut geboren, lebt und arbeitet bis heute in seiner Heimatstadt. Neben seiner Tätigkeit als Schaufenstergestalter, Chefdekorateur und Werbeleiter war er von 1981 bis 2005 Kulturbeauftragter der Stadt Landshut.

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen seit 1975: Landshut, Hofgeismar, Essen, Cuxhaven, Göttingen, Passau, Ihren/ Ostfriesland, Würzburg, Wartenberg, München, Prien a. Chiemsee, Zürich/Schweiz, Leer, Milwaukee/USA, Dingolfing, Maderno/Italien, Wilhelmshaven, Ried/Österreich, Bamberg, Hermannstadt/ Rumänien, Elgin/Schottland, Compiegne/ Frankreich, Schio/Italien.

Die Ausstellung begleitet das kleine theater – KAMMERSPIELE Landshut durch die Spielzeit 2026/27.

Helmut Stix - Foto: Michael Hackl
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