DER AUFZUG
VON Mariana Leky
DAS STÜCK
Ein Aufzug bleibt stehen. Die Zeit auch.
Astrid sorgt sich übermäßig um ihre Gesundheit und ist vor jedem Arztbesuch entsprechend nervös. Als sie auf dem Weg zu ihrem Termin bereits einige unangenehme Begegnungen mit ihren Mitmenschen hinter sich bringen muss, bleibt zu allem Überfluss auch noch der Aufzug stecken. Mit ihr auf engstem Raum der leicht reizbare HNO-Arzt Fritjof.
Was zunächst wie eine alltägliche Panne erscheint, wird für beide zu einer tiefgreifenden Erfahrung. In der klaustrophobischen Enge des feststeckenden Aufzugs legt das Leben plötzlich eine Zwangspause ein. Astrid und Fritjof haben einander nicht ausgesucht – und müssen nun lernen, miteinander auszukommen.
Mit Unterstützung eines für solche Notfälle geschulten Hausmeisters, der über den Notrufknopf mit ihnen in Kontakt bleibt, überstehen sie schließlich die missliche Lage. Als sich die Aufzugstüren wieder öffnen, sehen beide die Welt mit anderen Augen.
Der Aufzug ist ein Theaterstück von Mariana Leky, die vor allem durch ihre Erzählungen Kummer aller Art und ihren vielfach ausgezeichneten Roman Was man von hier aus sehen kann bekannt wurde.
Astrid und Fritjof erleben und erzählen Geschichten, die wie Anekdoten aus dem ganz normalen Wahnsinn wirken, dem wir uns Tag für Tag aussetzen. Ihre Begegnung ist ebenso komisch wie berührend – und kommt uns dabei erstaunlich vertraut vor. Fast scheint es, als seien wir selbst längst zu Figuren in einem Theaterstück geworden.
Sich in einer Unglückssituation wiederzuerkennen, ohne sie am eigenen Leib erleben zu müssen, bereitet bekanntlich großes Vergnügen. Denn, um Samuel Beckett zu zitieren: „Nichts ist komischer als das Unglück.“
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