FLÜCHTLINGS-GESPRÄCHE

VON BERTOLT BRECHT

Das Stück

Winter 1940/41: Europa befindet sich im Krieg, deutsche Truppen haben Dänemark und Norwegen besetzt. Bertolt Brecht lebt mit seiner Familie im finnischen Exil und wartet auf die Ausreise in die USA. Als deutsche Truppen die finnische Grenze überschreiten, gerät auch er in unmittelbare Gefahr. In dieser existenziellen Situation entstehen die Flüchtlingsgespräche – ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Schauplatz ist das Bahnhofsrestaurant in Helsinki: ein Ort des Wartens, der Unsicherheit und der Hoffnung. Hier begegnen sich zwei Flüchtlinge – der Arbeiter Kalle und der Physiker Ziffel. Fremd in einem Land, umgeben von einer Sprache, die sie nicht sprechen, von der Angst der Entdeckung geprägt, tauschen sie Gedanken über Heimat, Identität, Politik, Moral und das Überleben aus. An einem öffentlichen Ort – zwischen der Gefahr des Entdeckens und der Anonymität der Menschenmengen – entfaltet sich ein Dialog, der ebenso klug wie unterhaltsam ist.

Brecht nutzt die Form des Zwiegesprächs als dialektisches Prinzip: Im Austausch gegensätzlicher Positionen entstehen Erkenntnisse, Widersprüche und überraschende Perspektiven. So wird das Gespräch zur Bühne für die großen Fragen des Menschseins – und für die Absurditäten einer Welt, in der ein Pass oft mehr zählt als der Mensch selbst.

Mit den Flüchtlingsgesprächen schuf Bertolt Brecht ein eindringliches, zugleich humorvolles und hochaktuelles Werk über Flucht, Exil und den Verlust von Heimat. Ein Theaterabend, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander ins Gespräch bringt.

ES SPIELEN:
KATJA AMBERGER
SVEN HUSSOCK

FOTO:
KLEINES THEATER – KAMMERSPIELE LANDSHUT (S.G.)

VERTRAGSRECHTE DER INSZENIERUNG: SUHRKAMP VERLAG GmbH

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