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EDITH PIAF ... DER SPATZ VON PARIS
VON CARMEN-DOROTHÉ MOLL
120 MINUTEN, EINE PAUSE

31.10. SA 20.00 UHR    ausverkauft
28 EURO / 17 EURO

28.11. FR 20.00 UHR
28 EURO / 17 EURO

29.11. SO 19.00 UHR
28 EURO / 17 EURO

DAS STÜCK
Wer kennt sie nicht? Edith Piaf. Eine Legende. Ein Mythos. Die Titanin des französischen Chansons – verehrt, geliebt und unvergessen. „Der kleine Spatz von Paris“ kann auf ein Leben voller Höhen und Tiefen zurückschauen. In ihren Chansons schwingt der Blues ihres ganzen Lebens mit. Eines Lebens, das zwischen Gasse und Star-Ruhm, zwischen Traurigkeit und Amour pendelte. Eines Lebens, das Piaf liebte, obgleich es ihr alles an Kraft und Mut abverlangte.

Ein heiterer, ein melancholischer, ein liebevoller Blick auf eine unvergleichliche Persönlichkeit erwartet das Landshuter Publikum. Carmen-Dorothé Moll interpretiert Piafs berühmtesten, unvergesslichen Chansons mit Herzblut, sinnlich und mit solistischer Virtuosität. Ein Abend, der berührt, bezaubert und ins Herz trifft.

Das Stück hatte im Jahr 2004 Premiere am kleinen theater und kommt nun mit frischem Wind und neuer Verve zurück nach Landshut.

Premiere: 23. Januar 2004

ES SPIELEN:
CARMEN-DOROTHÉ MOLL
MARCUS WIDMANN


REGIE:
CARMEN-DOROTHÉ MOLL

BÜHNE / KOSTÜME:
CARMEN-DOROTHÉ MOLL

MUSIK:
FRIEDRICH RAUCHBAUER

TECHNIK:
JÜRGEN BEHL
PHILIPP DEGÜNTHER

 

 

 

 

 

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PRESSESTIMMEN

Ein gesungenes Denkmal
Der Edith-Piaf-Abend mit Carmen-Dorothé Moll am Kleinen Theater Landshut

Welch tragisches Leben für eine solch zerbrechliche Frau – könnte man denken, wenn man sich die Biographie der 1,47 Meter großen Edith Piaf anschaut. Und was für starke Chansons, die anscheinend auch die zierliche Sängerin gestärkt haben. Und die dadurch zur Legende wurde. So vermittelt es der Abend „Edith Piaf ... Der Spatz von Paris“ mit Carmen-Dorothé Moll in der Titelrolle, der nun wieder am Kleinen Theater Landshut zu sehen ist. Er beleuchtet in knapp zwei Stunden schlaglichthaft das Leben der Chanteuse.

Marcus Widmann übernimmt die Rolle des Erzählers und erklärt die wichtigsten Stationen der Piaf: von der Straße weg, aus einem gewalttätigen Milieu heraus, wird sie engagiert; als ihr Entdecker ermordet wird, wird Piaf angeklagt, aber freigesprochen; erst Buhrufe, dann großer Erfolg in den USA; ihre Liebesbeziehungen und Alkoholkrankheit; der Unfalltod ihres Geliebten, des Boxers Marcel Cerdan; Absturz, Drogen, Aufrappeln und – als letzter Skandal – Heirat des 20 Jahre jüngeren Sängers Théo Sarapo.

Widmann schlüpft auch in alle männlichen Rollen. Das ereignisreiche, oft tragische Leben der Sängerin wird hier in gut ausgewählten Etappen gezeigt, aber nicht überdramatisch ausgeschlachtet. Die Hauptrolle spielt ohnehin die Musik, in der ja auch ihr ganzes Leben steckt. Moll singt die Chansons voller Emotion: kraftvoll und zärtlich, gefühlvoll und stark; Friedrich Rauchbauer begleitet sie angenehm zurückhaltend am Piano.

Man muss kein Piaf-Fan sein, um von Molls Auftritt und Gesangskunst gefesselt zu sein. Sie lebt diese Lieder und setzt der Piaf mit ihrer Interpretation ein anrührendes Denkmal. Zu recht bekommt sie dafür von Anfang an Szenenapplaus, der sich von Mal zu Mal steigert. Mit Piafs bekanntesten Chansons „Milord“ und „No, je ne regrette rien“ endet das Programm, da ist das Publikum schon so begeistert, dass es jubelnd eine Zugabe fordert und auch bekommt. Ein bewegender Abend, der vielleicht manchen Piaf-Fan erst hervorgebracht hat.

Katrin Filler, Landshuter Zeitung, 19. Oktober 2020

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Aus der Gosse in die Höhen des Star-Ruhms
Carmen-Dorothé Moll entdeckt die Piaf in sich selbst - Eine Annäherung in Landshut

Vor gut 40 Jahren, in der Nacht zum 11. Oktober 1963, ist Edith Piaf in Plascassier an der Cote d´Azur gestorben. Im Kleinen Theater Landshut wird dieses Faktum dementiert: Edith Piaf lebt. Kein Scheinleben wird in Landshut vorgegaukelt. Knapp und brav, nach fulminant theatralischer Entrada leider allzu brav, werden die Stationen eines passionierten Lebens referiert, der Aufstieg aus der Gosse in die Höhen des Star-Ruhms, die leidenschaftlichen Amouren, die Qualen der Drogenabhängigkeit, der Krebstod mit kaum 48 Jahren.

Und Carmen-Dorothé Moll in der Rolle des "Spatz von Paris" versucht gar nicht erst, sich dem Vorbild illusionistisch anzugleichen. Sie imitiert nicht die Piaf, sie entdeckt sie in sich selbst. In einem Potpourri von 19 Chansons, vom melancholisch-verträumten "La vie en rose" bis zum gallebitteren "Bravo pour le Clown", zwischen denen Marc Bernhard als wackerer Conférencier erzählend vermittelt, liefert sie sich den emotionalen Stürmen mit so rückhaltloser Hingabe aus, daß man die Souveränität eines ungemein nuancengenau reagierenden Kunstverstandes kaum bemerkt und, wenn man die Augen verschließt, fast glauben könnte, das authentische Timbre und den unnachahmlich eigenen Tonfall der Piaf zu vernehmen.

Ganz besonders bei der Zugabe, denn den Gefühlszauber des mitreißenden "Mylord" wiederholt die Moll nicht einfach als gängigen Ohrwurm, sondern sie läßt ihn in veränderter Beleuchtung aus dem Erlebniskern heraus noch einmal neu entstehen als waghalsigen Balanceakt. Gelänge es noch, dem szenischen Arrangement die leicht schulfunkhafte Biederkeit zu nehmen (beispielsweise statt der bloßen Chronologie eine Art Selbstbefragung in der Rückschau), so könnte man für die Dauer zweier knapper, glückhafter Theaterstunden tatsächlich sagen: Edith Piaf lebt.

Hans Krieger, Bayerische Staatszeitung, 30.1.2004

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Ohne Singen kein Leben
Edith-Piaf-Abend begeisterte Premieren-Publikum im KleinenTheater

Die Erwartungshaltung ist hoch. Sie wird erfüllt. Carmen-Dorothé Moll als Piaf rollt das „R“, dass alle Sinne wach werden. Ganz bewußt trällert sie anfangs “Les Mômes de la Cloche“ als einfaches Straßenlied mit mäßiger Intonation. Schließlich lebt sie im Zuhältermilieu, also fast auf der Straße. Beim ersten Vorsingen ahnt man ihr Stimmpotential und ab dem dritten Chanson wird die Piaf im schwarzen Kleinen allgegenwärtig. Carmen-Dorothé Moll singt mit Herzblut, Frau vom Kopf bis Fuß.

Ein paar markante Gesten genügen ihr, die Sinnlichkeit der Piaf zu vergegenwärtigen: das Öffnen der Hand ein Schulterzucken, ein Augenaufschlag. Ja, sie verkörpert Sinnlichkeit pur, eine verliebte Frau, verliebt in die Liebe, verliebt in das Leben, vor allem verliebt in das Singen. Mit bewegter Augenbraue und strahlendem Blick zentriert Carmen-Dorothé Moll das Publikum auf ihr Gesicht und auf die Piaf-Chansons.

In kleinen Szenen leuchtet über eine Erzählstruktur das exzessive Leben der Piaf auf, von der Idee und Konzeption Carmen-Dorothé Molls durchaus einleuchtend , aber in der Ausführung einfach zu dünn. Die Regie fehlt.

Marc Bernhard hat die unattraktive Aufgabe als Conférencier textlich die Brücken zwischen Auf- und Niedergang zu schlagen. Laienhaft wirkt das im Morgenmantel beim mitternächtlichen Umzug oder als Bewunderer an der Klaviertheke dekoriert. Was szenisch hätte sein können, leuchtet auf, als er beim Monolog des Clowns endlich seine schauspielerische Präsens einsetzen darf. So outet sich das Leben der Piaf allein über fast zwei Dutzend Chansons, ein bisschen visualiert durch das Make-up.

Die Marlene-Dietrich-Augenbrauen und aufgemalten Kussmund seltsam amerikanisiert, bleibt ihr Herzschlag doch durch und durch der einer Pariserin. Nach dem Tod ihrer großen Liebe wird die Stimme noch kraftvoller und voluminöser. „Mon dieu“ widmet sie ihrem toten Geliebten und singt, wie man nur singen kann, wenn man höchstes Glück und Leid erlebt hat. Die Gestik eskaliert nun immer öfter in exzentrische Expressivität, Ausdruck einer von Alkohol, Drogen und Liebessehnsucht gequälten Seele. Nach drei Entziehungskuren in vier Jahren gelingt ihr wieder der Durchbruch. Mit „Sous le ciel de Paris“ lässt Carmen-Dorothé Moll den Frühling von Neuem erwachen – mit der reifen Stimme einer leidenschaftlichen Frau.

Wenn der Piaf die Chansons auch zufallen, bleibt sie doch abhängig vom Applaus des Publikums, dessen Ambivalenz Carmen-Dorothé Moll in „Bravo pour le Clown“ großartig von kindlicher Fröhlichkeit in beängstigende Peinigung ausarten lässt. Die unvergänglichen Chansons „Milord“ und „Non, je ne regrette rien“ werden so, auch ohne große Rahmenhandlung doch noch zum beeindruckenden Höhepunkt einer imposanten Persönlichkeit, die im Leben gescheitert, sich doch im Wissen und in der Qual um die Liebe, diese in einzigartigen Chansons verewigt hat. All diese impulsiven Eruptionen begleitet Steffi Stadelmann mit sensiblen Gespür für die Zwischentöne am Klavier. Sie kündigt die Piaf, alias Moll voluminös an und folgt ihr dann nahtlos in all ihren melancholischen und euphorischen Stimmungen. Nie ist der Anschlag zu laut, nie zu schwach. Beide Musikerinnen schwingen im gleichen Gefühl für die große Chansonistin Edith Piaf.

Michaela Schabel, Landshut aktuell, 28.01.2004

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Es war zugleich herrlich
Eine Hommage an Edith Piaf im kleinen theater Landshut

Wenn sie auf der Bühne stand, klein, zart, fast zerbrechlich, wirkte sie bisweilen, als würde sie von einem Puppenspieler gesteuert. Ihre Hände – schwebende Hände, fallende Hände – bewegten sich, als hingen sie an Fäden. Tatsächlich war Edith Piaf Marionette eines denkbar grausamen Puppenspielers: der Sucht. Einer Sucht nach Liebe, die sich tragischerweise nur durch Alkohol und Heroin stillen ließ. Was sie 47 Jahre lang am Leben hielt, war die Musik. „Wenn ich singe, dann bin ich das.“

Carmen-Dorothé Moll feierte jetzt im Nachtfoyer des kleinen Theaters Premiere mit „Edith Piaf – Szenen und Chansons.“ Sie hatte sich damit in zweierlei Hinsicht an ein großes Vorbild gewagt. Trat doch 1982 Maria Bill, Burgtheaterschauspielerin aus der Schweiz, erstmals in „Szenen und Chansons, aus dem Leben der Edith Piaf“ auf, um mit dieser Rolle auf vom Publikum wie Kritik gefeierte Art und Weise zu verschmelzen.

Dass Carmen-Dorothé Moll (derzeit auch in der Erfolgsproduktion „Die Sekretärinnen“ im kleinen Theater zu sehen) nicht Gefahr lief, an diesem doppelten Vorbild zu scheitern, spricht nicht nur für ein Konzept, das sich allein schon durch Molls ebenso flirrend-brüchigen wie kraftvoll-sonoren Alt und ihr leidenschaftlich-präzises Spiel trug. Es spricht auch (und vor allem) für das Genie einer Chansonsängerin, die noch vierzig Jahre nach ihrem Tod, im Sommer letzten Jahres, für eine Sensationsmeldung in Frankreich sorgte: Im Juli 2003 sind in den Archiven der französischen Nationalbibliothek bisher unveröffentlichte Aufnahmen der Piaf aufgetaucht. Darunter die erste Version von Michel Emers Erfolg „L´accordéoniste“. Ein Stück, das auch im Nachtfoyer nicht fehlte. 19 Chansons brachte Moll insgesamt zu Gehör, traumwandlerisch begleitet von Steffi Stadelmann am Klavier.

Zwischen den Chansons: die Szenen. Marc Bernhard (auch er ist bei den „Sekretärinnen“ dabei), tritt als Conférencier auf und spielt verschiedene Männer, die eine Rolle in Piafs Leben gespielt haben (und sei es nur ein Schneider oder Journalist) um solcherart die Eckpunkte einer Biographie zu markieren deren Protagonistin „im rein Menschlichen keine Parallele haben konnte, nirgends weit und breit“. Hans-Jürgen Winkler schrieb dies einmal über Billie Holiday. Wie die Piaf 1915 geboren, ging die wohl größte Jazzsängerin aller Zeiten ebenso an Alkohol und Drogen zugrunde. 1960 sollte Edith Piaf, drei Jahre vor ihrem eigenen Tod, mit „Milord“ den größten Hit einer auszehrenden Karriere landen.

„Es ist wahr, dass ich ein schreckliches Leben geführt habe; aber es war zugleich herrlich, weil ich es geliebt habe – ja, das Leben vor allem.“

Uli Karg, Landshuter Zeitung, 27.1.2004